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Speicher für Balkonkraftwerk 2026: Alle Kosten, Test & Vergleich

Alexander Simon

Autor, Experte & Berater

Du hast ein Balkonkraftwerk oder überlegst dir eins anzuschaffen – und fragst dich, ob ein Speicher sinnvoll ist? Die kurze Antwort: Ja, aber nicht für jeden. Die lange Antwort findest du in diesem ausführlichen Ratgeber.

Hier erfährst du alles über Kosten, Technik, die besten Speicher im Test und vor allem: Wann sich die Investition für dich wirklich rechnet.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Speicher für Balkonkraftwerke – und wie funktioniert er?

Ein Speicher für dein Balkonkraftwerk ist im Grunde ein kompakter Akku, der überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert. Statt den Strom ungenutzt ins Netz zu verschenken, nutzt du ihn einfach später selbst – abends beim Fernsehen, nachts für den Kühlschrank oder morgens für den Kaffee.

So funktioniert’s:

  • Deine Solarmodule produzieren tagsüber Strom
  • Was du gerade nicht brauchst, fließt in den Speicher
  • Abends und nachts entnimmst du den gespeicherten Strom
  • Erst wenn der Speicher leer ist, beziehst du wieder aus dem Netz

Die meisten modernen Speicher haben einen integrierten Wechselrichter und lassen sich per Plug & Play selbst installieren. Du brauchst also keinen Elektriker.


Was kostet ein Speicher für Balkonkraftwerke 2026?

Die Preise für Balkonkraftwerk-Speicher sind in den letzten zwei Jahren um 30-40% gefallen. Das macht die Anschaffung 2026 deutlich attraktiver als noch vor kurzem.

Preisübersicht nach Kapazität

SpeichergrößePreisspanne 2026Preis pro kWhEmpfehlung für
1,0 – 1,6 kWh450 – 650 €350-400 €/kWh1-2 Personen, 2 Module
1,9 – 2,5 kWh550 – 900 €280-360 €/kWh2-3 Personen, 2-4 Module
2,5 – 4,0 kWh800 – 1.300 €280-340 €/kWhFamilien, 4 Module
5,0+ kWhab 1.200 €240-300 €/kWhXXL-Systeme, erweiterbar

Was kostet ein Komplettset?

Wenn du noch kein Balkonkraftwerk hast, lohnt sich oft ein Komplettset:

Set-VarianteInhaltPreisspanne 2026
Basis-Set2 Module (800W) + 2 kWh Speicher850 – 1.200 €
Standard-Set2 Module (1000W) + 2,5 kWh Speicher1.000 – 1.500 €
XXL-Set4 Module (2000W) + 2,7 kWh Speicher1.200 – 2.000 €

Gut zu wissen: Seit 2023 zahlst du 0% Mehrwertsteuer auf Balkonkraftwerke und Speicher – das spart dir rund 100-250 € gegenüber dem Bruttopreis.


Lohnt sich ein Speicher fürs Balkonkraftwerk? Die ehrliche Rechnung

Hier kommt die unbequeme Wahrheit: Rein wirtschaftlich betrachtet amortisiert sich ein Balkonkraftwerk ohne Speicher schneller. Aber – und das ist wichtig – der Speicher holt auf lange Sicht mehr raus.

Rechenbeispiel: Mit vs. ohne Speicher

Ausgangslage:

  • 800W Balkonkraftwerk mit 2 Modulen
  • Jahresertrag: ca. 750 kWh
  • Strompreis: 35 Cent/kWh
  • 2-Personen-Haushalt, tagsüber oft nicht zu Hause
FaktorOhne SpeicherMit Speicher (2 kWh)
Anschaffungskosten500 €1.100 €
Eigenverbrauchsquote35%75%
Selbst genutzter Strom/Jahr263 kWh563 kWh
Ersparnis pro Jahr92 €197 €
Amortisationszeit5,4 Jahre5,6 Jahre
Gewinn nach 15 Jahren880 €1.855 €

Fazit: Die Amortisation dauert mit Speicher nur unwesentlich länger – aber der Gesamtgewinn über die Lebensdauer ist fast doppelt so hoch.

Wann sich ein Speicher besonders lohnt

✅ Du bist tagsüber oft nicht zu Hause (Arbeit, Schule)
✅ Dein Stromverbrauch liegt hauptsächlich abends/nachts
✅ Du hast 3-4 Module oder planst, aufzurüsten
✅ Du möchtest möglichst unabhängig vom Stromnetz sein
✅ Du nutzt dynamische Stromtarife (Tibber, aWATTar)
✅ Deine Kommune bietet Förderung für Speicher

Wann du besser ohne Speicher startest

❌ Du bist im Home-Office und verbrauchst den Strom direkt
❌ Du hast nur 1-2 kleine Module (unter 600W)
❌ Dein Budget ist sehr knapp
❌ Du willst eine möglichst schnelle Amortisation

Die besten Speicher für Balkonkraftwerke im Test 2026

Wir haben die aktuellen Testergebnisse von Heise, Home&Smart, ADAC und CT Magazin ausgewertet. Hier sind die Top-Empfehlungen:

Testsieger: Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro

Für wen: Power-User mit 4 Modulen, die das Maximum wollen

EigenschaftWert
Kapazität2,68 kWh (erweiterbar bis 16 kWh)
WechselrichterIntegriert, 800W
Smart-Meter SupportJa (Shelly, Anker)
NotstromfunktionJa
Bidirektionales LadenJa
App-SteuerungJa, inkl. KI-Optimierung
Preisca. 1.100-1.300 €

Vorteile:

  • Beste KI-gestützte Verbrauchsoptimierung im Test
  • Nulleinspeisung mit Reaktionszeit unter 3 Sekunden
  • Modular erweiterbar für die Zukunft
  • 10 Jahre Garantie

Nachteile:

  • Höherer Preis als Konkurrenz
  • Volle Funktionalität nur mit Anker-Modulen

Preis-Leistungs-Sieger: Solakon ONE

Für wen: Wer hohe Effizienz zum fairen Preis sucht

EigenschaftWert
Kapazität2,11 kWh (erweiterbar bis 12,66 kWh)
WechselrichterIntegriert, 800W
Smart-Meter SupportJa (Shelly)
NotstromfunktionJa
Bidirektionales LadenJa
Lokale SteuerungJa (Home Assistant)
Preisca. 600-750 €

Vorteile:

  • Höchster Wirkungsgrad im Test (96%)
  • Lokale Steuerung ohne Cloud-Abhängigkeit
  • Deutsches Unternehmen mit gutem Support
  • Top Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile:

  • Dynamische Stromtarife noch nicht vollständig integriert
  • Etwas größeres Gehäuse

Bester mit Notstromfunktion: EcoFlow STREAM Ultra X

Für wen: Wer bei Stromausfall abgesichert sein will

EigenschaftWert
Kapazität3,84 kWh (erweiterbar)
WechselrichterIntegriert, bis 2.300W Ausgang
Smart-Meter SupportJa (EcoFlow Power Plug)
NotstromfunktionJa, vollwertig mit 230V-Steckdose
Bidirektionales LadenJa
Mobile NutzungJa, als Powerstation nutzbar
Preisca. 900-1.100 €

Vorteile:

  • Echte Notstromversorgung mit 2.300W Ausgangsleistung
  • Kann auch als mobile Powerstation genutzt werden
  • Sehr schnelle Nulleinspeisung
  • Hohe Kapazität

Nachteile:

  • Größer und schwerer als Konkurrenz
  • Cloud-Abhängigkeit für volle Funktionalität

Budget-Tipp: Growatt NOAH 2000

Für wen: Einsteiger mit kleinem Budget

EigenschaftWert
Kapazität2,0 kWh
WechselrichterIntegriert, 800W
Smart-Meter SupportJa (Shelly)
NotstromfunktionNein
Preisca. 450-550 €

Vorteile:

  • Unschlagbarer Preis pro kWh
  • Solide Grundfunktionen
  • Gute App
  • IP65 wetterfest

Nachteile:

  • Keine Notstromfunktion
  • Nicht erweiterbar
  • Kein bidirektionales Laden

Speichertypen im Vergleich: DC-gekoppelt vs. AC-gekoppelt

Wenn du dich mit Speichern beschäftigst, stößt du schnell auf diese Begriffe. Hier die Erklärung:

DC-gekoppelte Speicher (empfohlen für Neuanlagen)

Der Speicher sitzt zwischen Solarmodulen und Wechselrichter. Der Strom wird nur einmal umgewandelt.

Vorteile:

  • Höherer Wirkungsgrad (95-98%)
  • Meist günstiger
  • Wechselrichter oft integriert

Nachteile:

  • Muss zum Wechselrichter passen
  • Schwieriger nachzurüsten

Beispiele: Anker Solarbank, Zendure SolarFlow, Solakon ONE

AC-gekoppelte Speicher (besser zum Nachrüsten)

Der Speicher sitzt nach dem Wechselrichter auf der Wechselstromseite.

Vorteile:

  • Mit jedem bestehenden Balkonkraftwerk kompatibel
  • Einfache Nachrüstung
  • Unabhängig vom Wechselrichter

Nachteile:

  • Etwas geringerer Wirkungsgrad (85-92%)
  • Meist teurer
  • Doppelte Umwandlung

Beispiele: Hoymiles MS-A2, Marstek Venus Serie

Empfehlung: Wenn du neu kaufst, nimm ein DC-gekoppeltes All-in-One-System. Zum Nachrüsten eines bestehenden Balkonkraftwerks ist AC-gekoppelt oft die einzige Option.


Die richtige Speichergröße finden

Eine der häufigsten Fragen: Wie groß sollte mein Speicher sein? Hier eine Orientierung:

Faustregeln für die Speichergröße

ModulleistungEmpfohlene SpeichergrößeBegründung
400-600W (1-2 Module)1,0-1,5 kWhMehr lohnt sich kaum
800W (2 Module)1,5-2,0 kWhGutes Verhältnis
1000-1600W (2-4 Module)2,0-3,0 kWhOptimaler Sweet Spot
2000W (4 Module)2,5-4,0 kWhFür maximalen Eigenverbrauch

Wichtig: Ein zu großer Speicher wird nie voll und verschlechtert die Wirtschaftlichkeit. Ein 800W Balkonkraftwerk liefert an einem guten Sommertag ca. 4-5 kWh – davon verbrauchst du aber auch tagsüber schon einen Teil.

So berechnest du die optimale Größe

  1. Tägliche Solarproduktion ermitteln: Modulleistung × 3-4 Sonnenstunden = Tagesertrag
  2. Tagesverbrauch tagsüber abziehen: Grundlast × Sonnenstunden
  3. Überschuss = benötigte Speicherkapazität

Beispiel:

  • 800W Balkonkraftwerk × 4h = 3,2 kWh Tagesertrag
  • Grundlast tagsüber: 150W × 8h = 1,2 kWh
  • Überschuss: 3,2 – 1,2 = 2 kWh Speicher ideal

Worauf du beim Kauf achten solltest

Technische Kriterien

KriteriumWorauf achtenWarum wichtig
AkkutechnologieLiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat)Sicherer, länger haltbar, keine Brandgefahr
WirkungsgradMind. 92%, besser 95%+Weniger Verluste = mehr nutzbare Energie
ZyklenMind. 6.000, besser 10.000Bestimmt die Lebensdauer
IP-SchutzklasseMind. IP54, besser IP65Für Außenaufstellung wichtig
Temperaturbereich-10°C bis +45°CFür ganzjährigen Betrieb
GarantieMind. 10 JahreZeigt Vertrauen des Herstellers

Smarte Features die sich lohnen

  • Smart-Meter-Anbindung: Ermöglicht echte Nulleinspeisung – der Speicher liefert genau so viel, wie du gerade brauchst
  • App-Steuerung: Verbrauchsüberwachung, Zeitpläne, Benachrichtigungen
  • Dynamische Stromtarife: Laden wenn Strom günstig ist (z.B. nachts bei Tibber)
  • Bidirektionales Laden: Akku auch aus dem Netz laden (für Dunkelflauten)
  • Home-Assistant-Integration: Für Smart-Home-Enthusiasten

Installation: So einfach geht’s

Die gute Nachricht: Die meisten modernen Speicher kannst du selbst installieren – ganz ohne Elektriker.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Standort wählen: Geschützt vor direkter Sonne und Regen, aber belüftet
  2. Speicher aufstellen: Die meisten Systeme stehen einfach auf dem Boden oder werden an die Wand montiert
  3. Solarmodule anschließen: MC4-Stecker vom Modul in den Speicher
  4. Ins Hausnetz einstecken: Schuko- oder Wieland-Stecker in die Steckdose
  5. App einrichten: WLAN verbinden, Einstellungen vornehmen
  6. Fertig!

Zeitaufwand: Ca. 30-60 Minuten für die komplette Installation

Muss ich den Speicher anmelden?

Wenn du bereits ein angemeldetes Balkonkraftwerk hast, musst du den Speicher als Änderung im Marktstammdatenregister nachtragen. Das dauert ca. 5 Minuten online.


Förderungen für Balkonkraftwerk-Speicher 2026

Viele Städte und Bundesländer fördern Speicher für Balkonkraftwerke. Das kann die Amortisation deutlich verkürzen.

Beispiele für kommunale Förderungen

Stadt/RegionFörderhöheBesonderheiten
Berlinbis 300 €/kWhMax. 1.500 €
München200 € pauschalFür Speicher
Freiburg200 €/kWhMax. 800 €
Köln150 € pauschalFür BKW mit Speicher
Stuttgart100-200 €Je nach Kapazität
NRW (progres.nrw)bis 150 €/kWhJe nach Programm

Tipp: Informiere dich bei deiner Kommune – die Programme wechseln häufig und sind oft schnell ausgeschöpft. Die Förderung musst du in der Regel vor dem Kauf beantragen!

Alexander Simon

Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.

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