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Solarzelle: So funktioniert sie wirklich und darauf kommt es für dich an

Alexander Simon

Autor, Experte & Berater

Solarzelle: So funktioniert sie wirklich und darauf kommt es für dich an

Die Solarzelle ist das Herzstück jeder Photovoltaikanlage. Sie verwandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom – ohne bewegliche Teile, ohne Abgase, ohne Lärm. Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Und worauf solltest du achten, wenn du dich 2026 für eine PV-Anlage entscheidest? Hier erfährst du alles, was du wirklich wissen musst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Funktion: Solarzellen wandeln Licht durch den photoelektrischen Effekt direkt in Strom um
  • Material: 97 % aller Solarzellen bestehen aus Silizium – dem zweithäufigsten Element der Erde
  • Wirkungsgrad 2026: Moderne Module erreichen 20–25 %, Spitzenreiter bis zu 24,8 %
  • Technologie-Trend: N-Type (TOPCon, HJT) löst P-Type (PERC) ab – höhere Effizienz, weniger Degradation
  • Lebensdauer: 25–30 Jahre, danach noch 85–90 % der ursprünglichen Leistung

Was ist eine Solarzelle?

📖 Definition

Eine Solarzelle (auch: photovoltaische Zelle) ist ein elektrisches Bauelement, das Lichtenergie direkt in elektrische Energie umwandelt. Sie nutzt dafür den photoelektrischen Effekt – einen physikalischen Prozess, bei dem Lichtteilchen (Photonen) Elektronen in Bewegung setzen.

Solarzellen sind die kleinste funktionierende Einheit einer Photovoltaikanlage. Eine einzelne Zelle erzeugt nur etwa 0,5–0,7 Volt – viel zu wenig für praktische Anwendungen. Deshalb werden viele Solarzellen zu einem Solarmodul zusammengeschaltet (typischerweise 60–144 Zellen). Mehrere Module bilden dann eine Photovoltaikanlage.

Der Unterschied: Solarzelle, Solarmodul, Solaranlage

Begriff Was ist das? Typische Größe/Leistung
Solarzelle Einzelne Zelle, die Licht in Strom umwandelt ca. 15 × 15 cm, 6–10 Watt
Solarmodul Viele Zellen verschaltet, mit Rahmen und Glas ca. 1,7 × 1,1 m, 400–500 Watt
Solaranlage Komplettes System: Module + Wechselrichter + Montage 5–15 kWp für Einfamilienhäuser
Nicht verwechseln: Solarzellen erzeugen Strom (Photovoltaik). Solarkollektoren dagegen erzeugen Wärme (Solarthermie) – das sind zwei völlig unterschiedliche Technologien.

Wie funktioniert eine Solarzelle?

Die Funktionsweise einer Solarzelle beruht auf dem photoelektrischen Effekt, den der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel 1839 entdeckte. Albert Einstein lieferte 1905 die theoretische Erklärung – und erhielt dafür 1921 den Nobelpreis für Physik.

Der Aufbau einer Solarzelle

🔬 Aufbau einer Silizium-Solarzelle

☀️ Sonnenlicht (Photonen)
Frontkontakt (Silber-Grid)
N-Schicht (negativ)
Silizium + Phosphor → Elektronenüberschuss
p-n-Übergang (Grenzschicht)
Hier entsteht das elektrische Feld
P-Schicht (positiv)
Silizium + Bor → „Löcher“ (Elektronenmangel)
Rückseitenkontakt (Aluminium)
Gleichstrom
🔄
Stromkreis

Der Prozess Schritt für Schritt

1

Dotierung: Zwei Schichten entstehen

Reines Silizium leitet keinen Strom gut. Deshalb wird es „dotiert“ – mit Fremdatomen versetzt. Phosphor (5 Außenelektronen) erzeugt einen Elektronenüberschuss (n-Schicht). Bor (3 Außenelektronen) erzeugt einen Elektronenmangel, also „Löcher“ (p-Schicht).

2

P-N-Übergang: Ein elektrisches Feld entsteht

Wo die beiden Schichten aufeinandertreffen, wandern Elektronen von der n-Schicht zur p-Schicht und füllen dort die Löcher. Es entsteht eine Grenzschicht mit einem elektrischen Feld – die sogenannte Raumladungszone.

3

Lichtabsorption: Photonen treffen auf Elektronen

Wenn Sonnenlicht auf die Zelle trifft, werden Photonen (Lichtteilchen) vom Silizium absorbiert. Dabei geben sie ihre Energie an Elektronen ab, die dadurch aus ihrer Bindung gelöst werden.

4

Ladungstrennung: Das elektrische Feld wirkt

Das elektrische Feld am p-n-Übergang trennt die freien Elektronen von den entstandenen Löchern. Elektronen werden zur n-Schicht gedrückt, Löcher zur p-Schicht.

5

Stromfluss: Nutzbare Energie entsteht

Werden die beiden Kontakte (Vorder- und Rückseite) über einen äußeren Stromkreis verbunden, fließen die Elektronen von der n-Schicht zur p-Schicht – es entsteht Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt diesen später in nutzbaren Wechselstrom um.

💡

Wusstest du?

Der photoelektrische Effekt funktioniert nicht nur mit direkter Sonnenstrahlung. Solarzellen erzeugen auch bei bewölktem Himmel Strom – nur weniger. Selbst diffuses Licht enthält genug Energie, um Elektronen freizusetzen.

Warum Silizium?

Rund 97 % aller Solarzellen weltweit bestehen aus Silizium – und das aus guten Gründen:

  • Verfügbarkeit: Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erdkruste (Quarzsand)
  • Halbleitereigenschaften: Bei Energiezufuhr (Licht) leitet Silizium Strom – perfekt für Solarzellen
  • Stabilität: Silizium ist chemisch stabil und hält Jahrzehnte ohne nennenswerte Degradation
  • Skalierbarkeit: Die Produktionsprozesse sind ausgereift und günstig durch Massenproduktion

Welche Solarzellen-Typen gibt es?

Nicht jede Solarzelle ist gleich. Es gibt verschiedene Technologien, die sich in Aufbau, Wirkungsgrad und Preis unterscheiden:

🔷

Monokristalline Zellen

20–25 % Wirkungsgrad

Aus einem einzigen, gleichmäßigen Siliziumkristall geschnitten. Erkennbar an der dunklen, einheitlichen Farbe.

Standard 2026
  • Höchste Effizienz bei kristallinen Modulen
  • Beste Flächenausnutzung
  • Ideal für Hausdächer
🔶

Polykristalline Zellen

15–18 % Wirkungsgrad

Aus mehreren zusammengewachsenen Kristallen. Erkennbar am bläulichen Schimmer mit sichtbarer Kristallstruktur.

Auslaufmodell
  • Günstiger in der Herstellung
  • Geringere Effizienz
  • Wird kaum noch verbaut
📄

Dünnschicht-Zellen

10–14 % Wirkungsgrad

Sehr dünne Halbleiterschicht auf Trägermaterial. Flexibel, leicht, aber deutlich weniger effizient.

Spezialanwendungen
  • Flexible Anwendungen (Fassaden, Boote)
  • Besseres Schwachlichtverhalten
  • Hoher Flächenbedarf

Die wichtigsten Zell-Technologien 2026

Innerhalb der monokristallinen Zellen gibt es verschiedene Technologien, die sich stark unterscheiden:

Wirkungsgrade nach Zell-Technologie

HJT
22–25 %
TOPCon
21–24 %
PERC
19–22 %
Polykristallin
15–18 %
Dünnschicht
10–14 %

PERC, TOPCon, HJT – was bedeutet das?

Technologie Was ist das? Wirkungsgrad Marktanteil 2026
PERC P-Type mit passivierter Rückseite. Bisheriger Standard, wird abgelöst. 19–22 % ~25 % (sinkend)
TOPCon N-Type mit Tunneloxid-Kontakt. Neuer Standard mit höherer Effizienz. 21–24 % ~60 % (steigend)
HJT Heterojunction: Kombination aus kristallin und amorph. Premium-Technologie. 22–25 % ~10 %
IBC/BC Back-Contact: Alle Kontakte auf der Rückseite. Maximum an Lichtaufnahme. 22–26 % ~5 %
Empfehlung 2026: Für die meisten Hausdächer sind TOPCon-Module die beste Wahl. Sie bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, hohe Effizienz und geringe Degradation. HJT lohnt sich nur bei begrenzter Fläche oder extremer Hitze.

N-Type vs. P-Type: Was ist der Unterschied?

Die Buchstaben beziehen sich auf die Art der Dotierung des Silizium-Wafers:

✅ N-Type (TOPCon, HJT)

  • Höhere Wirkungsgrade (21–25 %)
  • Keine LID (lichtinduzierte Degradation)
  • Besseres Temperaturverhalten
  • Längere Lebensdauer
  • Geringerer jährlicher Leistungsverlust

⚠️ P-Type (PERC) – Auslaufmodell

  • Wirkungsgrad stagniert bei ~22 %
  • LID: 2–3 % Leistungsverlust in ersten Wochen
  • Höherer Temperaturkoeffizient
  • Günstigerer Anschaffungspreis
  • Bewährte, ausgereifte Technologie

Die Zukunft: Perowskit-Tandemzellen

Die nächste Revolution steht bereits in den Startlöchern: Perowskit-Silizium-Tandemzellen kombinieren zwei verschiedene Halbleitermaterialien, die unterschiedliche Wellenlängen des Lichts nutzen.

Labor-Rekord: Forscher am Fraunhofer ISE haben mit Perowskit-Tandemzellen bereits 32,5 % Wirkungsgrad erreicht – weit mehr als mit reinem Silizium möglich ist. Erste kommerzielle Produkte werden für 2027/2028 erwartet.

Kurze Geschichte der Solarzelle

1839 – Der photoelektrische Effekt

Alexandre Edmond Becquerel entdeckt, dass Licht in einer Elektrolytlösung Strom erzeugt.

1905 – Einsteins Erklärung

Albert Einstein erklärt den photoelektrischen Effekt mit seiner Lichtquantentheorie. Nobelpreis 1921.

1954 – Erste Silizium-Solarzelle

Bell Labs stellt die erste praktisch nutzbare Solarzelle her – mit 6 % Wirkungsgrad.

1958 – Solarzellen im Weltraum

Der Satellit Vanguard 1 nutzt erstmals Solarzellen zur Stromversorgung.

2000 – EEG in Deutschland

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert den Ausbau – Solarstrom wird massentauglich.

2024 – Weltweiter Durchbruch

Über 2 TW Photovoltaik-Leistung weltweit installiert. Solarstrom ist die günstigste Energieform.

Wo werden Solarzellen eingesetzt?

Solarzellen finden sich heute fast überall – vom Taschenrechner bis zur Raumstation:

🏠
Hausdach

5–15 kWp Anlagen für Eigenverbrauch

🏭
Gewerbe

Große Dach- und Freiflächenanlagen

🌾
Solarpark

Megawatt-Anlagen auf Freiflächen

🔌
Balkonkraftwerk

Mini-PV für Mieter

🛰️
Raumfahrt

Stromversorgung für Satelliten

Kleingeräte

Uhren, Taschenrechner, Sensoren

🚗
E-Mobilität

Solardächer auf Fahrzeugen

🏢
Fassaden

Gebäudeintegrierte PV (BIPV)

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Lass dir kostenlos berechnen, wie viel Strom du mit modernen Solarzellen erzeugen kannst.

Worauf kommt es beim Kauf wirklich an?

Beim Modulkauf solltest du nicht nur auf den Wirkungsgrad schauen. Diese Faktoren sind mindestens genauso wichtig:

  • Zelltechnologie: N-Type (TOPCon, HJT) statt P-Type (PERC) – zukunftssicher
  • Wirkungsgrad ab 21 % – Standard für moderne Module
  • Temperaturkoeffizient unter −0,30 %/°C – wichtig bei sonnigen Standorten
  • 25–30 Jahre Leistungsgarantie – mindestens 85 % nach 25 Jahren
  • Produktgarantie mindestens 15 Jahre – besser 25–30 Jahre
  • PVEL/RETC Top Performer – unabhängige Qualitätstests bestanden
  • Tier-1-Hersteller – finanzielle Stabilität für Garantieabwicklung
Achtung: Eine 30-Jahres-Garantie nützt nichts, wenn der Hersteller in 10 Jahren nicht mehr existiert. Setze auf etablierte Hersteller mit Präsenz in Deutschland wie Trina, Jinko, JA Solar, LONGi oder deutsche Anbieter wie Luxor.

Häufige Fragen zur Solarzelle

Wie lange hält eine Solarzelle?
Moderne Solarzellen halten 25–30 Jahre und länger. Die meisten Hersteller garantieren nach 25 Jahren noch 85–90 % der ursprünglichen Leistung. Viele Anlagen produzieren auch nach 30–40 Jahren noch wirtschaftlich Strom.
Funktionieren Solarzellen auch bei bewölktem Himmel?
Ja! Solarzellen erzeugen auch bei diffusem Licht Strom – nur weniger als bei direkter Sonne. An einem stark bewölkten Tag produziert eine Anlage etwa 10–30 % der Maximalleistung. Moderne HJT-Zellen haben dabei Vorteile durch besseres Schwachlichtverhalten.
Warum wird nicht 100 % des Lichts in Strom umgewandelt?
Das liegt an physikalischen Grenzen. Das sogenannte Shockley-Queisser-Limit begrenzt Siliziumzellen theoretisch auf etwa 33 %. Solarzellen können nur Licht bestimmter Wellenlängen nutzen – zu energiearmes Licht (Infrarot) geht als Wärme verloren, zu energiereiches Licht gibt überschüssige Energie ebenfalls als Wärme ab.
Was ist der Unterschied zwischen Solarzelle und Solarkollektor?
Solarzellen (Photovoltaik) erzeugen Strom aus Licht. Solarkollektoren (Solarthermie) erzeugen Wärme aus Sonnenstrahlung. Beides sind „Solaranlagen“, aber mit völlig unterschiedlicher Technologie und Anwendung.
Werden Solarzellen recycelt?
Ja, Solarmodule können zu über 90 % recycelt werden. In der EU sind Hersteller gesetzlich zum Rücknehmen und Recyceln verpflichtet. Aus alten Modulen werden Silizium, Glas, Aluminium und Kupfer zurückgewonnen.
Ist eine Solarzelle nach der Produktion klimaneutral?
Nach etwa 1–2 Jahren hat eine Solarzelle die Energie „zurückgezahlt“, die zu ihrer Herstellung nötig war (Energierücklaufzeit). Über ihre gesamte Lebensdauer erzeugt sie dann das 10- bis 20-fache dieser Energie – deutlich klimafreundlicher als fossile Energieträger.
Was bedeutet Degradation bei Solarzellen?
Degradation beschreibt den langsamen Leistungsverlust über die Jahre. Moderne Module verlieren etwa 0,3–0,5 % pro Jahr. N-Type-Zellen (TOPCon, HJT) degradieren langsamer als P-Type (PERC). Nach 25 Jahren sind bei guten Modulen noch 85–90 % Leistung übrig.
Was ist LID und warum ist das wichtig?
LID (Light Induced Degradation) ist ein Leistungsverlust von 2–3 % in den ersten Betriebsstunden bei P-Type-Zellen (PERC). Er entsteht durch Bor-Sauerstoff-Komplexe im Silizium. N-Type-Zellen (TOPCon, HJT) haben dieses Problem nicht, weil sie mit Phosphor statt Bor dotiert sind.
Wie viele Solarzellen brauche ich für mein Haus?
Das hängt von deinem Stromverbrauch und der Dachfläche ab. Ein typisches Einfamilienhaus benötigt für 10 kWp etwa 20–25 Module mit je 400–500 Watt. Das entspricht ca. 40–50 m² Dachfläche. Ein Fachbetrieb berechnet die optimale Größe für deine Situation.
Sind alle schwarzen Module gleich gut?
Nein. Die schwarze Farbe (Full Black) sagt nichts über die Qualität aus. Entscheidend sind Zelltechnologie (TOPCon > PERC), Wirkungsgrad, Garantiebedingungen und der Hersteller. Vergleiche immer die technischen Daten im Datenblatt.

Fazit: Die Solarzelle – klein, aber kraftvoll

Die Solarzelle ist ein faszinierendes Stück Technologie: Sie verwandelt Sonnenlicht geräuschlos und ohne bewegliche Teile in sauberen Strom. Was 1839 als wissenschaftliche Kuriosität begann, ist heute die günstigste Form der Stromerzeugung weltweit.

Für dich als Hausbesitzer bedeutet das:

  • Die Technik ist ausgereift: Moderne Solarzellen halten 30+ Jahre und sind extrem zuverlässig
  • N-Type ist die Zukunft: TOPCon und HJT lösen PERC ab – setze auf moderne Technologie
  • Der Wirkungsgrad ist wichtig, aber nicht alles: Auch Garantie, Hersteller und Preis-Leistung zählen
  • Photovoltaik lohnt sich: Mit Eigenverbrauch und Einspeisevergütung amortisiert sich eine Anlage in 8–12 Jahren

Lass dich von einem erfahrenen Fachbetrieb beraten – er findet die optimale Lösung für dein Dach, dein Budget und deine Ziele.

Alexander Simon

Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.

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