Inhaltsverzeichnis

Inhalt

PV-Ertrag Tabelle: So viel bringt deine Anlage wirklich im Jahr 2026

Alexander Simon

Autor, Experte & Berater

PV-Ertrag Tabelle: So viel bringt deine Anlage wirklich im Jahr 2026

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage tatsächlich? Der Ertrag entscheidet über die Wirtschaftlichkeit deiner Investition. Mit unseren aktuellen Tabellen für 2026 siehst du auf einen Blick, welchen Jahresertrag du in deiner Region erwarten kannst – aufgeschlüsselt nach Monat, Bundesland und Anlagengröße.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Durchschnitt Deutschland: ~1.000 kWh pro kWp und Jahr
  • Süddeutschland: 1.000–1.160 kWh/kWp (Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen)
  • Norddeutschland: 850–950 kWh/kWp (Schleswig-Holstein, Niedersachsen)
  • Sommer vs. Winter: 70 % des Jahresertrags entstehen April–September
  • Bester Monat: Juni mit ~145–155 kWh/kWp
  • Schlechtester Monat: Dezember mit ~15–30 kWh/kWp

⚡ Faustformel für den Jahresertrag

Jahresertrag = Anlagenleistung (kWp) × 1.000 kWh
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt also etwa 10.000 kWh pro Jahr. Im Süden mehr, im Norden etwas weniger.

Was bedeutet PV-Ertrag?

📖 Spezifischer Ertrag

Der spezifische Ertrag gibt an, wie viel Strom eine PV-Anlage pro installiertem kWp erzeugt. Er wird in kWh/kWp angegeben und ermöglicht den Vergleich unterschiedlicher Anlagen – unabhängig von ihrer Größe.

Der PV-Ertrag beschreibt die Menge an Strom, die deine Solaranlage in einem bestimmten Zeitraum produziert. Je höher der Ertrag pro kWp, desto effizienter arbeitet die Anlage und desto schneller amortisiert sie sich.

1.000 kWh
Ø Jahresertrag pro kWp in DE
2,7 kWh
Ø Tagesertrag pro kWp
70%
des Ertrags April–Sept.
150 kWh/m²
Ertrag pro m² Modulfläche

PV-Ertrag nach Anlagengröße

Wie viel Strom produzieren typische Anlagengrößen? Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Jahreserträge:

Anlagengröße Jahresertrag (Ø) Tagesertrag (Ø) Modulfläche ca.
3 kWp 3.000 kWh 8,2 kWh 15 m²
5 kWp 5.000 kWh 13,7 kWh 25 m²
7 kWp 7.000 kWh 19,2 kWh 35 m²
10 kWp 10.000 kWh 27,4 kWh 50 m²
15 kWp 15.000 kWh 41,1 kWh 75 m²
20 kWp 20.000 kWh 54,8 kWh 100 m²

Basis: Durchschnittlicher spezifischer Ertrag von 1.000 kWh/kWp, optimale Südausrichtung, 30° Neigung.

PV-Ertrag im Jahresverlauf (monatlich)

Der Ertrag einer Solaranlage schwankt stark über das Jahr. Im Juni ist er etwa zehnmal so hoch wie im Dezember:

Monat kWh/kWp % vom Jahr 5 kWp 10 kWp
Januar 30 3,0 % 150 kWh 300 kWh
Februar 45 4,5 % 225 kWh 450 kWh
März 85 8,5 % 425 kWh 850 kWh
April 120 12,0 % 600 kWh 1.200 kWh
Mai 140 14,0 % 700 kWh 1.400 kWh
Juni 150 15,0 % 750 kWh 1.500 kWh
Juli 145 14,5 % 725 kWh 1.450 kWh
August 125 12,5 % 625 kWh 1.250 kWh
September 90 9,0 % 450 kWh 900 kWh
Oktober 50 5,0 % 250 kWh 500 kWh
November 25 2,5 % 125 kWh 250 kWh
Dezember 20 2,0 % 100 kWh 200 kWh
Gesamt ~1.025 100 % 5.125 kWh 10.250 kWh

📊 PV-Ertrag nach Jahreszeit

Sommer
~400 kWh/kWp (40%)
Frühling
~330 kWh/kWp (33%)
Herbst
~165 kWh/kWp (17%)
Winter
~100 kWh/kWp (10%)
Wichtig für die Planung: Im Sommer produziert deine Anlage oft mehr Strom als du verbrauchst. Ein Batteriespeicher hilft, den Überschuss für abends zu speichern. Im Winter reicht die Produktion meist nicht – hier kommt der Netzbezug ins Spiel.

PV-Ertrag nach Bundesland

Je weiter südlich, desto höher die Globalstrahlung – und damit der Ertrag. Die Unterschiede zwischen Nord und Süd betragen bis zu 25 %:

🌞 Süddeutschland
1.050–1.160
kWh/kWp pro Jahr
☀️ Mitteldeutschland
950–1.050
kWh/kWp pro Jahr
🌤️ Norddeutschland
850–950
kWh/kWp pro Jahr
Bundesland kWh/kWp 10-kWp-Anlage Globalstrahlung
Bayern 1.100–1.160 11.000–11.600 kWh 1.150–1.250 kWh/m²
Baden-Württemberg 1.050–1.120 10.500–11.200 kWh 1.100–1.200 kWh/m²
Sachsen 1.050–1.100 10.500–11.000 kWh 1.080–1.150 kWh/m²
Thüringen 1.000–1.050 10.000–10.500 kWh 1.050–1.100 kWh/m²
Rheinland-Pfalz 1.000–1.050 10.000–10.500 kWh 1.050–1.100 kWh/m²
Hessen 980–1.030 9.800–10.300 kWh 1.030–1.080 kWh/m²
Brandenburg 980–1.030 9.800–10.300 kWh 1.030–1.080 kWh/m²
NRW 920–980 9.200–9.800 kWh 980–1.040 kWh/m²
Niedersachsen 900–960 9.000–9.600 kWh 960–1.020 kWh/m²
Schleswig-Holstein 880–940 8.800–9.400 kWh 940–1.000 kWh/m²
Hamburg / Bremen 880–940 8.800–9.400 kWh 940–1.000 kWh/m²
💡 Tipp für Norddeutschland: Die geringere Globalstrahlung lässt sich durch eine größere Anlage ausgleichen. Eine 12-kWp-Anlage in Hamburg erzeugt ähnlich viel wie eine 10-kWp-Anlage in München – und kostet nur etwas mehr.

PV-Ertrag nach Ausrichtung und Neigung

Nicht jedes Dach zeigt nach Süden. Die gute Nachricht: Auch Ost-West-Dächer bringen noch 80–90 % des optimalen Ertrags:

Ausrichtung 30° Neigung 45° Neigung Flachdach (10°)
Süd 100 % 96 % 93 %
Südwest / Südost 95 % 92 % 91 %
West / Ost 85 % 80 % 88 %
Nordwest / Nordost 65 % 60 % 80 %
Nord 55 % 45 % 75 %

🏠 Beispiel: Ost-West-Dach

Situation: Satteldach ohne Südfläche, nur Ost- und Westseite nutzbar

Lösung: Module auf beide Seiten verteilen → 85 % des Süd-Ertrags

Vorteil: Gleichmäßigere Erzeugung über den Tag (morgens Ost, abends West) → höherer Eigenverbrauch

Ertrag: 10-kWp-Anlage (Ost/West) → ~8.500 kWh/Jahr statt 10.000 kWh

☀️ Wie viel bringt eine PV-Anlage auf deinem Dach?

Lass dir individuelle Angebote mit Ertragsberechnung für deinen Standort erstellen – kostenlos und unverbindlich.

Faktoren, die den PV-Ertrag beeinflussen

☀️ Globalstrahlung

Die Sonneneinstrahlung am Standort ist der wichtigste Faktor. In Deutschland: 940–1.250 kWh/m² pro Jahr.

🧭 Ausrichtung

Süd ist optimal. Ost/West bringen ~85 %, Nordausrichtung nur ~50 % des möglichen Ertrags.

📐 Neigungswinkel

Optimal: 30–35° in Deutschland. Flachere Dächer sind im Sommer besser, steilere im Winter.

🌳 Verschattung

Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude reduzieren den Ertrag teils erheblich. Prüfung vor Installation wichtig!

🌡️ Temperatur

Module arbeiten bei Kälte effizienter. Heiße Sommertage senken den Wirkungsgrad um 10–15 %.

⚡ Komponenten

Hochwertige Solarzellen und Wechselrichter mit hohem Wirkungsgrad maximieren den Ertrag.

So berechnest du deinen PV-Ertrag

📐 Berechnungsformel

Jahresertrag = kWp × Ausrichtungsfaktor × 1.000 kWh
Beispiel: 10 kWp × 0,95 (Südwest) × 1.000 = 9.500 kWh/Jahr

Genauere Berechnung mit PVGIS

Für eine präzise Prognose nutze das kostenlose EU-Tool PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System). Dort gibst du deinen Standort, die Dachneigung und Ausrichtung ein – und erhältst den erwarteten Jahresertrag auf Basis von Satellitendaten.

🔢 Rechenbeispiel: 10-kWp-Anlage in Stuttgart

  • Standort: Stuttgart (Globalstrahlung ~1.100 kWh/m²)
  • Anlagengröße: 10 kWp
  • Ausrichtung: Süd, 30° Neigung
  • Erwarteter Ertrag: 10 × 1.100 = 11.000 kWh/Jahr
  • Geldwert (30 ct/kWh): 11.000 × 0,30 = 3.300 €/Jahr

PV-Ertrag vs. Stromverbrauch

Wie groß sollte deine Anlage sein? Orientiere dich am Jahresverbrauch:

Haushaltsgröße Verbrauch/Jahr Empfohlene Anlage Ertrag ca.
1–2 Personen 2.000–3.000 kWh 3–4 kWp 3.000–4.000 kWh
3–4 Personen 3.500–4.500 kWh 5–7 kWp 5.000–7.000 kWh
4+ Personen 5.000–6.000 kWh 8–10 kWp 8.000–10.000 kWh
+ Wärmepumpe +3.000–5.000 kWh +3–5 kWp +3.000–5.000 kWh
+ E-Auto +2.000–3.500 kWh +2–4 kWp +2.000–4.000 kWh
💡 Empfehlung 2026: Plane die Anlage eher größer! Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto können später hinzukommen. Eine größere Anlage erzeugt mehr Strom und ist pro kWp günstiger.

Häufige Fragen zum PV-Ertrag

Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Anlage pro Jahr?
In Deutschland durchschnittlich 10.000 kWh. In Bayern bis zu 11.600 kWh, in Schleswig-Holstein etwa 9.000 kWh. Der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung und Verschattung ab.
Wie viel kWh erzeugt eine PV-Anlage pro Tag?
Im Durchschnitt etwa 2,7 kWh pro kWp und Tag. An sonnigen Sommertagen bis zu 5 kWh/kWp, an trüben Wintertagen nur 0,5 kWh/kWp. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt also zwischen 5 und 50 kWh pro Tag.
Warum ist der Ertrag im Winter so niedrig?
Im Winter sind die Tage kürzer, die Sonne steht tiefer und es gibt mehr Bewölkung. Zudem kann Schnee die Module bedecken. Dezember bringt nur ~2 % des Jahresertrags, Juni hingegen ~15 %.
Lohnt sich eine PV-Anlage auch in Norddeutschland?
Ja! Der Ertragsunterschied zu Süddeutschland beträgt nur 15–20 %. Bei den niedrigen Modulpreisen 2026 ist eine Solaranlage überall in Deutschland wirtschaftlich. Die Amortisation dauert im Norden nur 1–2 Jahre länger.
Wie prüfe ich, ob meine Anlage den erwarteten Ertrag bringt?
Vergleiche deinen Jahresertrag mit dem PVGIS-Prognosewert oder mit Ertrags-Datenbanken. Abweichungen von ±10 % sind normal. Bei größeren Abweichungen solltest du die Anlage vom Installateur prüfen lassen.
Sinkt der Ertrag mit der Zeit?
Ja, durch Degradation verlieren Module jährlich ~0,3–0,5 % ihrer Leistung. Nach 25 Jahren arbeiten sie noch mit ~85–90 % der ursprünglichen Leistung. Hochwertige Module haben Garantien auf mindestens 80 % Leistung nach 25–30 Jahren.
Wie viel Ertrag bringt eine Ost-West-Anlage?
Etwa 80–90 % einer vergleichbaren Südanlage. Der Vorteil: Die Erzeugung verteilt sich gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöhen kann.
Wie viel m² Dachfläche brauche ich für 10 kWp?
Etwa 50 m² Modulfläche. Mit Abständen und Randbereich solltest du ~60–70 m² nutzbare Dachfläche einplanen. Moderne Module mit 400+ Wp brauchen weniger Fläche als ältere Modelle.
Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh?
kWp (Kilowatt Peak) ist die Nennleistung der Anlage unter Standardbedingungen. kWh (Kilowattstunde) ist die tatsächlich erzeugte Energie. Eine 1-kWp-Anlage erzeugt ca. 1.000 kWh pro Jahr.
Erhöht ein Speicher den PV-Ertrag?
Nein, der Ertrag bleibt gleich. Aber ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch von ~30 % auf ~60–70 %. Du nutzt also mehr vom erzeugten Strom selbst statt ihn einzuspeisen.

Fazit: So viel bringt deine Anlage wirklich

Der PV-Ertrag in Deutschland liegt zwischen 850 und 1.160 kWh pro kWp und Jahr – je nach Standort und Ausrichtung. Mit der Faustformel „kWp × 1.000 = kWh“ liegst du in den meisten Fällen richtig. Für eine genauere Planung nutze PVGIS oder lass dir ein Angebot mit individueller Ertragsberechnung erstellen.

  • Durchschnitt Deutschland: ~1.000 kWh/kWp pro Jahr
  • 70 % des Ertrags entstehen April–September
  • Süd + 30° Neigung ist optimal, aber Ost-West funktioniert auch gut
  • Größer planen für Wärmepumpe, E-Auto und zukünftigen Bedarf
  • Speicher erhöht den Eigenverbrauch, nicht den Ertrag

Alexander Simon

Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.

Lust auf weitere interessante Artikel?

admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin
admin