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Jahresmarktwert Solar 2026: Das bedeutet der Wert für deine Einspeisung

Alexander Simon

Autor, Experte & Berater

Wenn deine PV-Anlage Strom ins Netz einspeist, bestimmt ein Wert, wie viel dein Solarstrom an der Börse wert ist: der Jahresmarktwert Solar. Besonders für Betreiber von ausgeförderten Ü20-Anlagen und Anlagen in der Direktvermarktung ist er die zentrale Kennzahl.

In diesem Ratgeber erkläre ich dir, was der Jahresmarktwert Solar 2026 bedeutet, wie er berechnet wird, wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat – und was er konkret für deine Einnahmen bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Jahresmarktwert Solar 2025 lag bei 4,508 ct/kWh – nach dem Rekordhoch von 20,81 ct/kWh im Jahr 2022 ein deutlicher Rückgang
  • Für Ü20-Anlagen (ausgeförderte Anlagen) ist der Jahresmarktwert die Vergütungsbasis – abzüglich 0,23 ct/kWh Vermarktungskosten ergibt sich für 2026 voraussichtlich eine Vergütung von rund 3,5–4,5 ct/kWh
  • Die Monatsmarktwerte 2026 schwanken stark: von 11,02 ct/kWh im Januar auf nur 5,46 ct/kWh im März – je mehr Sonne, desto niedriger der Marktwert
  • Der Jahresmarktwert Solar für 2026 wird erst im Januar 2027 final veröffentlicht – Prognosen deuten auf 4–5 ct/kWh hin
  • Für Betreiber neuer Anlagen mit fester Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh) ist der Jahresmarktwert nicht direkt relevant – er zeigt aber, was dein Strom am Markt wirklich wert ist

Was ist der Jahresmarktwert Solar?

Der Jahresmarktwert Solar ist der durchschnittliche Börsenpreis, den Solarstrom über ein ganzes Kalenderjahr an der Strombörse EPEX SPOT erzielt. Er wird von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) berechnet und jedes Jahr Mitte Januar auf der Plattform netztransparenz.de veröffentlicht.

Wichtig: Der Jahresmarktwert Solar ist kein einfacher Durchschnitt der 12 Monatsmarktwerte. Er wird mit der tatsächlich erzeugten Strommenge in jeder einzelnen Stunde gewichtet. Das bedeutet: Stunden mit viel Sonnenschein und hoher PV-Erzeugung zählen stärker – und genau in diesen Stunden ist der Strompreis oft besonders niedrig.

💡 Deshalb fällt der Marktwert Solar

Je mehr PV-Anlagen in Deutschland installiert sind, desto mehr Solarstrom wird gleichzeitig produziert – und desto stärker sinkt der Börsenpreis in den Sonnenstunden. Dieses Phänomen heißt Kannibalisierungseffekt: Solarstrom drückt durch sein massives Angebot mittags seinen eigenen Preis. Im Mai 2025 fiel der Monatsmarktwert Solar sogar unter 2 ct/kWh – ein historisches Tief.

Jahresmarktwert Solar: Entwicklung von 2019 bis 2025

JahrJahresmarktwert SolarSpotmarktpreis (Vergleich)Verhältnis Solar/Spot
20193,78 ct/kWh3,76 ct/kWh100 %
20202,88 ct/kWh3,05 ct/kWh94 %
20219,56 ct/kWh9,68 ct/kWh99 %
202220,81 ct/kWh23,50 ct/kWh89 %
20238,00 ct/kWh9,52 ct/kWh84 %
20245,86 ct/kWh7,95 ct/kWh74 %
20254,51 ct/kWh8,93 ct/kWh50 %
2026 (Prognose)~4–5 ct/kWh~9–10 ct/kWh~45–55 %

Quellen: netztransparenz.de, DGS Newsletter, Solarserver. Der Jahresmarktwert Solar 2026 wird erst im Januar 2027 final veröffentlicht.

Der Trend ist eindeutig: Während der Spotmarktpreis für Strom bei rund 9 ct/kWh stabil bleibt, sinkt der Jahresmarktwert Solar immer weiter – 2025 lag er bei nur noch 50 % des allgemeinen Strompreises. Der Grund: Das massive Überangebot an Solarstrom in den Mittagsstunden drückt den Preis genau dann, wenn PV-Anlagen am meisten produzieren.

Monatsmarktwerte Solar 2026

Der Jahresmarktwert setzt sich aus den einzelnen Monatsmarktwerten zusammen. Hier die bisher veröffentlichten Werte für 2026:

MonatMonatsmarktwert SolarSpotmarktpreisVerhältnis
Januar 202611,02 ct/kWh11,01 ct/kWh100 %
Februar 20267,72 ct/kWh9,66 ct/kWh80 %
März 20265,46 ct/kWh9,93 ct/kWh55 %
April–Dezember 2026Noch nicht veröffentlicht – wird monatlich aktualisiert

Das Muster ist typisch: Im Winter, wenn wenig Solarstrom erzeugt wird, ist der Marktwert hoch (Januar: 11 ct/kWh). Im Frühling und Sommer, wenn die PV-Erzeugung explodiert, sinkt er drastisch. In den Sommermonaten 2025 fiel er teilweise unter 2 ct/kWh.

Wen betrifft der Jahresmarktwert Solar?

AnlagentypWie relevant?Was du bekommst
Ü20-Anlage (ausgefördert)Sehr relevant – direkte VergütungsbasisJahresmarktwert minus Vermarktungskosten (0,23 ct/kWh in 2026)
Anlage in DirektvermarktungSehr relevant – Erlöse schwanken mit dem MarktwertMonatsmarktwert + ggf. Marktprämie
Neue Anlage mit fester EEG-VergütungIndirekt – deine Vergütung ist fix7,78 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp) – unabhängig vom Marktwert
BalkonkraftwerkKaum relevantEigenverbrauch spart 35 ct/kWh – viel wertvoller als jede Einspeisung

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Was bedeutet der Jahresmarktwert für Ü20-Anlagen?

Wenn deine PV-Anlage älter als 20 Jahre ist, endet die feste EEG-Einspeisevergütung. Du darfst deinen Strom aber weiterhin einspeisen – die Vergütung richtet sich dann nach dem Jahresmarktwert Solar.

So berechnet sich deine Ü20-Vergütung

Vergütung = Jahresmarktwert Solar – Vermarktungskosten

KennzahlWert 2025Wert 2026 (voraussichtlich)
Jahresmarktwert Solar4,508 ct/kWh~4–5 ct/kWh (Prognose)
Vermarktungskosten0,72 ct/kWh0,23 ct/kWh
Vermarktungskosten mit Smart Meter0,36 ct/kWh0,115 ct/kWh
Effektive Vergütung (ohne Smart Meter)3,793 ct/kWh~3,8–4,8 ct/kWh
Effektive Vergütung (mit Smart Meter)4,153 ct/kWh~3,9–4,9 ct/kWh
Maximal möglich10 ct/kWh (gesetzliche Obergrenze)

Gute Nachricht für 2026: Die Vermarktungskosten sind von 0,72 auf 0,23 ct/kWh gesunken – mit Smart Meter sogar auf nur 0,115 ct/kWh. Trotz des niedrigen Jahresmarktwerts bleibt dir also etwas mehr übrig als 2025.

⚠️ Ü20-Regelung gilt bis 2032

Die Anschlussregelung für ausgeförderte PV-Anlagen wurde mit dem Solarpaket I bis Ende 2032 verlängert. Bis dahin darfst du deinen Strom weiter einspeisen und erhältst die Marktwert-Vergütung. Danach ist die rechtliche Lage unklar – plane also langfristig und prüfe, ob eine Umstellung auf Eigenverbrauch sinnvoll ist.

Eigenverbrauch statt Einspeisung: Die bessere Strategie

Bei einem Jahresmarktwert Solar von rund 4 ct/kWh (nach Abzug der Vermarktungskosten) und einem Netzstrompreis von 35 ct/kWh ist die Rechnung klar: Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst statt einzuspeisen, ist rund 8× so viel wert.

NutzungsartWert pro kWhBei 3.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauch (spart Netzstrom)~35 ct/kWh1.050 €
Einspeisung (Jahresmarktwert)~4 ct/kWh120 €

Für Ü20-Anlagen heißt das: Wenn du bisher voll einspeist, lohnt sich fast immer die Umstellung auf Eigenverbrauch. Dafür brauchst du einen Zweirichtungszähler und ggf. eine Anpassung am Zählerschrank. Ein nachgerüsteter Speicher steigert den Eigenverbrauch von ~30 % auf ~70 % und macht die alte Anlage wieder richtig rentabel.

Einen ausführlichen Überblick über die Kosten für Stromspeicher findest du in unserem separaten Ratgeber. Wie die Nachrüstung genau funktioniert, erklärt unser Artikel zum Photovoltaik-Speicher nachrüsten.

Solarspitzengesetz 2025: Was ändert sich?

Seit dem 25. Februar 2025 gilt das Solarspitzengesetz – es hat auch Auswirkungen auf den Zusammenhang zwischen Marktwert und Vergütung:

  • Keine Vergütung bei negativen Strompreisen: Neue Anlagen (ab 25.02.2025) erhalten keine EEG-Vergütung während negativer Börsenstrompreise. Der Förderzeitraum wird aber um diese Stunden verlängert
  • Freiwilliger Wechsel: Bestehende Anlagen können freiwillig zur neuen Regelung wechseln und erhalten dafür +0,6 ct/kWh höhere Vergütung
  • Speicher als Lösung: Ein Batteriespeicher kann den Strom bei negativen Preisen zwischenspeichern und später einspeisen oder selbst nutzen – das macht den Speicher noch attraktiver

In 2025 gab es bereits rund 575 Stunden mit negativen Strompreisen. Bei gleichbleibender Entwicklung verlängert sich der Förderzeitraum neuer Anlagen um voraussichtlich rund 5 Jahre. Ein Energiemanagementsystem hilft dir, in diesen Stunden den Strom optimal zu nutzen.

Wie kannst du vom sinkenden Marktwert profitieren?

  1. 1Eigenverbrauch maximieren: Jede selbst genutzte kWh spart 35 ct – jede eingespeiste bringt nur ~4 ct. Ein Energiemanager steuert den Verbrauch intelligent
  2. 2Speicher nachrüsten: Steigert den Eigenverbrauch von ~30 % auf ~70 % – bei Ü20-Anlagen oft der Hebel, der die Wirtschaftlichkeit rettet
  3. 3Dynamischen Stromtarif nutzen: Ein dynamischer Stromtarif ermöglicht es dir, günstig Netzstrom zu speichern und teuer zurückzuspeisen
  4. 4Große Verbraucher in die Sonnenstunden legen: Waschmaschine, Spülmaschine, E-Auto-Ladung – alles mittags laufen lassen, wenn der Strom am günstigsten wäre einzuspeisen
  5. 5Freiwilligen Wechsel zum Solarspitzengesetz prüfen: Für bestehende Anlagen bringt der Wechsel +0,6 ct/kWh – bei 5.000 kWh Einspeisung sind das 30 €/Jahr extra

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Jahresmarktwert Solar?+

Der Jahresmarktwert Solar ist der mengengewichtete Durchschnittspreis, den Solarstrom über ein ganzes Kalenderjahr an der Strombörse EPEX SPOT erzielt. Er wird von den Übertragungsnetzbetreibern berechnet und jedes Jahr Mitte Januar auf netztransparenz.de veröffentlicht. Für 2025 lag er bei 4,508 ct/kWh. Er ist die Vergütungsbasis für ausgeförderte Ü20-Anlagen und spielt eine zentrale Rolle in der Direktvermarktung.

Wie hoch ist der Jahresmarktwert Solar 2026?+

Der Jahresmarktwert Solar 2026 wird erst im Januar 2027 final veröffentlicht. Basierend auf den bisherigen Monatsmarktwerten (Januar: 11,02 ct, Februar: 7,72 ct, März: 5,46 ct) und dem erwarteten Sommereinbruch bei den Preisen liegt die Prognose bei 4–5 ct/kWh. Das wäre ähnlich wie 2025 (4,51 ct/kWh). Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 10 ct/kWh.

Was bekomme ich für meine ausgeförderte Ü20-Anlage?+

Für 2025 erhielten Ü20-Anlagen 3,793 ct/kWh (Jahresmarktwert 4,508 ct minus 0,72 ct Vermarktungskosten). Für 2026 sinken die Vermarktungskosten auf nur noch 0,23 ct/kWh, was die Vergütung etwas verbessert. Bei einer 5-kWp-Anlage mit 5.000 kWh Jahresertrag bringt die Volleinspeisung rund 190–240 €/Jahr. Im Vergleich: Eigenverbrauch wäre 1.050 €/Jahr wert (bei 30 % Eigenverbrauchsquote). Ein nachgerüsteter Speicher lohnt sich hier fast immer.

Warum sinkt der Marktwert Solar, obwohl der Strompreis steigt?+

Das liegt am Kannibalisierungseffekt: Je mehr PV-Anlagen installiert sind, desto mehr Solarstrom wird gleichzeitig mittags produziert – und desto stärker sinkt der Börsenpreis genau in diesen Stunden. 2025 lag der Marktwert Solar bei nur 50 % des allgemeinen Spotmarktpreises (4,51 vs. 8,93 ct/kWh). Morgens, abends und im Winter ist Strom dagegen teurer – deshalb profitieren PV-Fassaden und Speicher von den höheren Preisen außerhalb der Sonnenstunden.

Lohnt sich eine neue PV-Anlage trotz sinkendem Marktwert?+

Ja, denn der Marktwert ist für neue Anlagen mit fester Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh, 20 Jahre garantiert) nicht direkt relevant. Und der eigentliche Wert deiner PV-Anlage liegt im Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte kWh spart dir 35 ct Netzstrom – das ist unabhängig vom Börsenpreis. Die Kosten für Solaranlagen sind gleichzeitig so niedrig wie nie. Eine 10-kWp-Anlage amortisiert sich in 8–10 Jahren und läuft danach 15–20 Jahre quasi kostenlos.

Alexander Simon

Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.

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