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Wirkungsgrad von Solarmodulen erklärt: So erkennst du sofort, wie effizient deine Module wirklich sind
Alexander Simon
Autor, Experte & Berater
Der Wirkungsgrad ist die wichtigste Kennzahl, um Solarmodule zu vergleichen. Er verrät dir auf einen Blick, wie viel Sonnenlicht tatsächlich in Strom umgewandelt wird. Aber was bedeutet ein Wirkungsgrad von 22 % konkret? Und worauf solltest du beim Modulkauf wirklich achten? Dieser Artikel erklärt alles – einfach, verständlich und mit den aktuellen Top-Modulen 2026.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wirkungsgrad = Effizienz: Anteil der Sonnenenergie, der in Strom umgewandelt wird
- Aktuelle Spanne: 18–25 % bei handelsüblichen Modulen (2026)
- Sehr gut: Ab 21 % – Premium-Module erreichen bis zu 24,8 %
- Spitzenreiter 2026: Aiko Solar Neostar 3N54 mit 24,8 % Wirkungsgrad
- Wichtig: Höher ist nicht immer besser – Preis-Leistung und Dachfläche entscheiden
Was ist der Wirkungsgrad bei Solarmodulen?
Der Wirkungsgrad (Formelzeichen: η, gesprochen „Eta“) gibt an, wie viel Prozent der einstrahlenden Sonnenenergie ein Solarmodul in elektrischen Strom umwandelt. Der Rest geht als Wärme verloren oder wird reflektiert.
Einfach gesagt: Ein Modul mit 20 % Wirkungsgrad wandelt von 1.000 Watt Sonnenstrahlung pro Quadratmeter genau 200 Watt in nutzbaren Strom um.
📐 Die Formel für den Wirkungsgrad
📊 Rechenbeispiel: Wirkungsgrad selbst berechnen
Du hast ein Solarmodul mit folgenden Daten:
Fläche: 1,92 m² (1,72 m × 1,12 m)
Einsetzen in die Formel:
η = 440 / 1.920 × 100
η = 0,229 × 100
Wie wird der Wirkungsgrad gemessen?
Hersteller messen den Wirkungsgrad unter standardisierten Laborbedingungen, den sogenannten Standard Test Conditions (STC). Nur so sind Module verschiedener Hersteller vergleichbar:
🔬 Standard Test Conditions (STC)
Wirkungsgrade im Vergleich: Was ist gut, was ist sehr gut?
Die Wirkungsgrade von Solarmodulen haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Während vor 10 Jahren 16 % als gut galten, liegen moderne Module deutlich darüber:
📊 Wirkungsgrad-Skala 2026
Wirkungsgrade nach Technologie
Durchschnittliche Wirkungsgrade 2026
Die effizientesten Solarmodule 2026 (Top 10)
Diese Module erreichen die höchsten Wirkungsgrade auf dem deutschen Markt. Die Rangliste basiert auf Herstellerangaben und unabhängigen Tests von PVEL und RETC:
Aiko Solar Neostar 3N54
BC-Technologie (Back Contact) • 470–500 Wp • 25 Jahre Produktgarantie
LONGi Hi-Mo X10
HPBC-Technologie • 30 Jahre Leistungsgarantie • 7× PVEL Top Performer
Aiko Solar Neostar 3S54
ABC-Technologie • Bifazial • 4× PVEL Top Performer
Luxor Eco Line HJT Bifacial
HJT-Technologie • Deutscher Hersteller • 30 Jahre Garantie
Tongwei TNC2.0-TWMNH
N-Type TOPCon • Bifazial • 470 Wp
Astronergy ASTRO N7s
TOPCon 4.0 • Bifazial • Overall Highest Achiever RETC 2025
Jinko Solar Tiger Neo
N-Type TOPCon • 12× PVEL Top Performer • Weltmarktführer
Trina Solar Vertex S+
N-Type TOPCon • 440 Wp • 11× PVEL Top Performer
SunPower Maxeon 7
IBC-Technologie • Premium-Qualität • Niedriger Temperaturkoeffizient
JA Solar DeepBlue 4.0 Pro
N-Type • Bifazial • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Die wichtigsten Zelltechnologien erklärt
Der Wirkungsgrad hängt maßgeblich von der verwendeten Zelltechnologie ab. Hier sind die aktuell wichtigsten:
Monokristallin
Etablierter Standard mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Standard 2026TOPCon
Tunneloxid-Passivierung für höhere Effizienz und weniger Degradation
Trend 2026HJT (Heterojunction)
Kombination aus kristallin & Dünnschicht – beste Temperaturstabilität
PremiumIBC (Back Contact)
Kontakte nur auf der Rückseite – maximale Lichtausbeute
PremiumDie Zukunft: Perowskit-Tandemzellen
Im Labor haben Forscher bereits Wirkungsgrade von über 32 % mit Perowskit-Silizium-Tandemzellen erreicht. Diese kombinieren zwei verschiedene Materialien, die unterschiedliche Teile des Lichtspektrums nutzen. Erste kommerzielle Produkte werden für 2027/2028 erwartet.
Was beeinflusst den Wirkungsgrad im Alltag?
Der Datenblatt-Wirkungsgrad ist nur der Laborwert. Im realen Betrieb beeinflussen viele Faktoren, wie viel Strom deine Anlage tatsächlich produziert:
🌡️ Temperatur
Je heißer das Modul, desto niedriger der Wirkungsgrad. Pro Grad über 25 °C sinkt die Leistung um etwa 0,3–0,4 %.
🧭 Ausrichtung & Neigung
Ideal: Südausrichtung mit 30–35° Neigung. Ost-West-Anlagen bringen ca. 85–90 % des Südertrags.
🌥️ Verschattung
Selbst kleine Schatten (Kamin, Baum, Antenne) können die Leistung ganzer Modulreihen drastisch senken.
🧹 Verschmutzung
Staub, Pollen, Vogelkot reduzieren die Lichtaufnahme. Regen reinigt meist ausreichend.
📅 Alterung (Degradation)
Module verlieren jährlich etwa 0,3–0,5 % ihrer Leistung. Nach 25 Jahren sind noch 85–90 % übrig.
🔌 Wechselrichter
Auch der Wechselrichter hat einen Wirkungsgrad (96–98 %). Er beeinflusst den Gesamtertrag.
Der Temperaturkoeffizient – wichtiger als du denkst
Ein oft übersehener Wert im Datenblatt ist der Temperaturkoeffizient (Pmax). Er zeigt, wie stark die Leistung bei Hitze sinkt:
| Temperaturkoeffizient | Bewertung | Leistungsverlust bei 65 °C |
|---|---|---|
| −0,26 %/°C | Sehr gut (HJT/TOPCon) | ca. 10,4 % |
| −0,30 %/°C | Gut | ca. 12 % |
| −0,35 %/°C | Standard | ca. 14 % |
| −0,40 %/°C | Mäßig | ca. 16 % |
Wirkungsgrad vs. Gesamtertrag – was zählt wirklich?
Ein hoher Wirkungsgrad ist nicht automatisch das wichtigste Kaufkriterium. Was zählt, ist der Ertrag pro investiertem Euro:
Hoher Wirkungsgrad lohnt sich bei…
- Begrenzter Dachfläche
- Teuren Installationskosten pro Modul
- Ästhetischen Ansprüchen (weniger Module = aufgeräumteres Dach)
- Heißen Standorten (wenn auch niedriger Temp.-Koeff.)
Standard-Wirkungsgrad reicht bei…
- Großer, unbeschatteter Dachfläche
- Begrenztem Budget
- Wirtschaftlichkeit vor Ästhetik
- Geringem Platzdruck
📊 Rechenbeispiel: Wirkungsgrad vs. Preis
Option A: Premium-Modul mit 24 % Wirkungsgrad – 200 €/Modul
Option B: Standard-Modul mit 21 % Wirkungsgrad – 120 €/Modul
Option A: 30 m² × 0,24 × 1.000 W = 7,2 kWp → ca. 16 Module × 200 € = 3.200 €
Option B: 30 m² × 0,21 × 1.000 W = 6,3 kWp → ca. 14 Module × 120 € = 1.680 €
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Wirkungsgrad der Gesamtanlage vs. Modulwirkungsgrad
Wichtig: Der Modulwirkungsgrad ist nicht gleich dem Wirkungsgrad deiner gesamten PV-Anlage. Die Anlage hat immer einen niedrigeren Gesamtwirkungsgrad, weil weitere Verluste entstehen:
| Komponente/Faktor | Typischer Verlust |
|---|---|
| Wechselrichter-Umwandlung | 2–4 % |
| Kabelverluste (DC-Seite) | 1–2 % |
| Temperaturverluste | 5–15 % |
| Teilverschattung (wenn vorhanden) | 5–30 % |
| Verschmutzung | 2–5 % |
| Mismatching (unterschiedliche Module) | 1–3 % |
Die Performance Ratio (PR) gibt an, wie viel Prozent der theoretisch möglichen Leistung eine Anlage tatsächlich erreicht. Gute Anlagen erreichen eine PR von 75–85 %.
Worauf du beim Modulkauf achten solltest
- Wirkungsgrad ab 21 % – Standard für moderne Module
- Temperaturkoeffizient unter −0,30 %/°C – wichtig bei sonnigen Standorten
- 25–30 Jahre Leistungsgarantie – mindestens 85 % nach 25 Jahren
- Produktgarantie mindestens 15 Jahre – besser 25 Jahre
- PVEL/RETC Top Performer – unabhängige Qualitätstests bestanden
- N-Type-Technologie (TOPCon, HJT) – geringere Degradation, höhere Effizienz
Häufige Fragen zum Wirkungsgrad
Fazit: Der Wirkungsgrad ist wichtig – aber nicht alles
Der Wirkungsgrad ist eine zentrale Kennzahl, um Solarmodule zu vergleichen. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Strom pro Quadratmeter Dachfläche. Aber er ist nicht das einzige Kriterium:
- Ab 21 % Wirkungsgrad bist du mit modernen Modulen gut bedient
- Premium-Module (23–25 %) lohnen sich vor allem bei wenig Platz
- Der Temperaturkoeffizient ist bei sonnigen Standorten fast so wichtig wie der Wirkungsgrad
- Garantie und Qualität (PVEL-Tests) entscheiden über die Langzeitperformance
- Das beste Modul ist das, das zu deinem Dach, Budget und Zielen passt
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Alexander Simon
Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.
