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Was bedeutet kWp?: Das musst du vor deiner PV-Planung wissen

Alexander Simon

Autor, Experte & Berater

Wenn du dich mit Photovoltaik beschäftigst, stolperst du schnell über die Einheit kWp. „Eine 10-kWp-Anlage“, „Kosten pro kWp“, „Ertrag je kWp“ – überall taucht diese Abkürzung auf. Aber was bedeutet kWp eigentlich genau? Und warum ist diese Zahl so wichtig für die Planung deiner Solaranlage? Dieser Ratgeber erklärt dir alles, was du wissen musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • kWp steht für „Kilowatt-Peak“ – die maximale Leistung einer Solaranlage unter Standardtestbedingungen
  • 1 kWp erzeugt in Deutschland durchschnittlich 900–1.100 kWh Strom pro Jahr
  • 1 kWp benötigt etwa 5–7 m² Dachfläche (je nach Modultyp)
  • 1 kWp kostet 2026 durchschnittlich 1.000–1.400 € (ohne Speicher)
  • Ein typisches Einfamilienhaus hat eine Anlage mit 8–12 kWp

Was bedeutet kWp?

kWp ist die Abkürzung für „Kilowatt-Peak“ (manchmal auch „Kilowatt peak“ geschrieben). Das „p“ steht für „Peak“, also Spitze. Es bezeichnet die maximale elektrische Leistung, die eine Photovoltaikanlage unter standardisierten Testbedingungen (STC) erzeugen kann.

Diese Standardtestbedingungen sind:

  • Einstrahlung: 1.000 W/m² (entspricht etwa der Mittagssonne im Sommer)
  • Modultemperatur: 25°C
  • Luftmasse: AM 1,5 (definierter Sonnenstand)

In der Praxis bedeutet das: Wenn dein Solarmodul mit „450 Wp“ (Watt-Peak) gekennzeichnet ist, kann es unter diesen optimalen Bedingungen maximal 450 Watt Strom erzeugen. Eine Anlage mit 10 kWp besteht also aus ca. 22 solcher Module (22 × 450 Wp = 9.900 Wp ≈ 10 kWp).

Gut zu wissen: Die STC-Bedingungen sind ein Laborstandard. Im echten Leben erreicht deine Anlage diese Spitzenleistung nur selten – etwa an einem klaren Frühlingstag um die Mittagszeit, wenn die Module noch kühl sind. Im Hochsommer kann die Leistung durch Hitze sogar geringer sein.

kWp vs. kWh: Was ist der Unterschied?

Die beiden Einheiten werden oft verwechselt, bedeuten aber völlig verschiedene Dinge:

kWp (Kilowatt-Peak)

10
kWp

Leistung – Was die Anlage maximal produzieren kann (wie PS beim Auto)

kWh (Kilowattstunde)

9.500
kWh/Jahr

Energie – Was die Anlage tatsächlich produziert (wie gefahrene Kilometer)

Ein einfaches Beispiel: Dein Auto hat 150 PS (Leistung). Aber wie viele Kilometer du im Jahr fährst (Energie), hängt davon ab, wie oft und wie weit du fährst. Genauso verhält es sich mit kWp und kWh:

  • kWp = die installierte Leistung deiner Anlage (einmalig festgelegt)
  • kWh = die Strommenge, die deine Anlage über einen Zeitraum produziert
Merkregel: kWp steht auf dem Typenschild deiner Anlage. kWh siehst du auf deiner Stromrechnung oder dem Zähler.

Wie viel Strom erzeugt 1 kWp?

In Deutschland erzeugt 1 kWp Photovoltaik-Leistung im Durchschnitt zwischen 900 und 1.100 kWh Strom pro Jahr. Der genaue Wert hängt von mehreren Faktoren ab:

Faktor Einfluss auf den Ertrag Beispiel
Standort Süddeutschland mehr Sonne als Norddeutschland München: ~1.100 kWh/kWp, Hamburg: ~900 kWh/kWp
Dachausrichtung Süden optimal, Ost/West ca. 15-20% weniger Süd: 100%, Ost/West: 80-85%
Dachneigung 30-35° optimal für Deutschland Flachdach mit Aufständerung: 95%
Verschattung Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude Teilverschattung: -10 bis -30%
Modulqualität Höherer Wirkungsgrad = mehr Ertrag Premium-Module: +5-10%

Ertragsrechner: Wie viel Strom erzeugt deine Anlage?

☀️ kWp-Ertragsrechner

Jahresertrag
Ø pro Monat
Ø pro Tag
kWh pro kWp

Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp?

Die benötigte Dachfläche hängt vom Wirkungsgrad der Module ab. Moderne Module sind effizienter und brauchen weniger Platz:

Modultyp Wirkungsgrad Fläche pro kWp Module für 10 kWp
Standard-Module (400-420 Wp) 19-20% 6-7 m² 24-25 Stück
Hochleistungs-Module (430-450 Wp) 21-22% 5-6 m² 22-23 Stück
Premium-Module (>450 Wp) 22-23% 4,5-5 m² 20-22 Stück
Faustformel: Für 1 kWp brauchst du etwa 5-7 m² Dachfläche. Eine typische 10-kWp-Anlage belegt also 50-70 m² deines Daches.

Was kostet 1 kWp Photovoltaik 2026?

Die Kosten für Solaranlagen werden meist pro kWp angegeben. Das macht Angebote vergleichbar:

Anlagengröße Preis pro kWp (ohne Speicher) Preis pro kWp (mit Speicher)
5 kWp (kleine Anlage) 1.300–1.500 € 1.700–2.200 €
10 kWp (Standard EFH) 1.000–1.400 € 1.500–2.000 €
15 kWp (große Anlage) 950–1.250 € 1.400–1.800 €
Finanztip-Empfehlung: Zahle für eine PV-Anlage ohne Speicher maximal 1.600 €/kWp. Bei diesem Preis lohnt sich die Anlage in praktisch allen Szenarien. Mit Speicher sollte der Preis nicht über 2.200 €/kWp liegen.

Wie viel kWp brauche ich für mein Haus?

Die optimale Anlagengröße hängt von deinem Stromverbrauch und deiner verfügbaren Dachfläche ab:

Haushaltsgröße Stromverbrauch Empfohlene Anlagengröße Benötigte Dachfläche
1-2 Personen 2.000–3.000 kWh/Jahr 4–6 kWp 25–40 m²
3-4 Personen 3.500–5.000 kWh/Jahr 7–10 kWp 40–60 m²
5+ Personen 5.000–7.000 kWh/Jahr 10–15 kWp 60–90 m²
Mit Wärmepumpe +3.000–5.000 kWh/Jahr +3–5 kWp +20–30 m²
Mit E-Auto +2.000–4.000 kWh/Jahr +2–4 kWp +15–25 m²

Faustformel für die Anlagengröße

Jahresstromverbrauch (kWh) ÷ 1.000 = empfohlene kWp

Beispiel: 4.500 kWh Verbrauch ÷ 1.000 = 4,5 → mindestens 5 kWp empfohlen

Besser etwas größer dimensionieren, um zukünftigen Mehrbedarf (E-Auto, Wärmepumpe) abzudecken!

kWp und Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung nach dem EEG ist nach kWp-Größenklassen gestaffelt:

Anlagengröße Teileinspeisung 2026 Volleinspeisung 2026
Bis 10 kWp 7,78 ct/kWh 12,35 ct/kWh
10–40 kWp 6,75 ct/kWh 10,33 ct/kWh
40–100 kWp 5,38 ct/kWh 10,33 ct/kWh

Bei Anlagen über 10 kWp wird der Ertrag anteilig vergütet: Die ersten 10 kWp erhalten den höheren Satz, der Rest den niedrigeren.

kWp-Grenzen: Diese Schwellenwerte solltest du kennen

Es gibt einige wichtige Grenzwerte, die sich an der kWp-Leistung orientieren:

Grenzwert Bedeutung
Bis 10 kWp Höchste Einspeisevergütung, einfachste Anmeldung
Bis 25 kWp Vereinfachtes Netzanschlussverfahren
Bis 30 kWp 0% MwSt., Einkommensteuerbefreiung, keine Gewerbeanmeldung nötig
Ab 100 kWp Direktvermarktungspflicht (keine feste Einspeisevergütung mehr)
Empfehlung: Für Einfamilienhäuser ist eine Anlage zwischen 10 und 30 kWp meist optimal. Du nutzt die Dachfläche gut aus und profitierst von allen steuerlichen Vorteilen.

Video: Photovoltaik einfach erklärt

Weitere wichtige Einheiten bei Photovoltaik

Neben kWp begegnen dir bei der Planung deiner Solaranlage noch weitere Einheiten:

Einheit Bedeutung Beispiel
Wp (Watt-Peak) Spitzenleistung eines einzelnen Moduls Modul mit 450 Wp
kWh (Kilowattstunde) Energiemenge (Strom) 4.500 kWh Jahresverbrauch
kW (Kilowatt) Aktuelle Leistung Wechselrichter mit 10 kW
kVA (Kilovoltampere) Scheinleistung (bei Wechselrichtern) Wechselrichter mit 10 kVA
Ah (Amperestunden) Speicherkapazität (ältere Angabe) Batterie mit 100 Ah

Häufig gestellte Fragen zu kWp

Was bedeutet kWp bei Photovoltaik?

kWp steht für „Kilowatt-Peak“ und bezeichnet die maximale Leistung einer Solaranlage unter standardisierten Testbedingungen (1.000 W/m² Einstrahlung, 25°C Modultemperatur). Es ist die zentrale Kennzahl, um Solaranlagen zu vergleichen.

Wie viel Strom produziert 1 kWp im Jahr?

In Deutschland erzeugt 1 kWp durchschnittlich 900–1.100 kWh Strom pro Jahr. Der genaue Wert hängt vom Standort, der Dachausrichtung, Neigung und Verschattung ab.

Wie viel kostet 1 kWp Photovoltaik 2026?

Der Durchschnittspreis liegt 2026 bei etwa 1.000–1.400 € pro kWp ohne Speicher. Mit Speicher steigt der Preis auf 1.500–2.200 € pro kWp.

Wie viele Solarmodule brauche ich für 1 kWp?

Mit modernen Modulen (ca. 400-450 Wp) brauchst du etwa 2-3 Module für 1 kWp. Für eine 10-kWp-Anlage sind das ca. 22-25 Module.

Wie viel Dachfläche brauche ich für 1 kWp?

Für 1 kWp benötigst du etwa 5-7 m² Dachfläche, abhängig vom Wirkungsgrad der Module. Hochleistungsmodule brauchen weniger Platz.

Was ist der Unterschied zwischen kWp und kW?

kWp (Kilowatt-Peak) ist die maximale Leistung unter Laborbedingungen. kW (Kilowatt) bezeichnet die tatsächliche Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die reale Leistung liegt meist unter der Nennleistung.

Wie viel kWp brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 4 Personen (ca. 4.500 kWh Verbrauch) empfehlen wir 8–10 kWp. Mit Wärmepumpe oder E-Auto sollten es 12–15 kWp sein.

Warum sind größere Anlagen pro kWp günstiger?

Bei größeren Anlagen verteilen sich die Fixkosten (Anfahrt, Gerüst, Anschluss, Planung) auf mehr Module. Deshalb sinkt der Preis pro kWp mit steigender Anlagengröße.

Erreicht meine Anlage wirklich die angegebene kWp-Leistung?

Die kWp-Angabe ist ein Laborwert unter idealen Bedingungen. Im Alltag erreichst du diese Spitzenleistung nur selten – etwa an einem klaren Frühlingstag mittags. Das ist normal und in den Ertragsberechnungen bereits berücksichtigt.

Ist mehr kWp immer besser?

Mehr kWp bedeutet mehr Ertrag, aber auch höhere Kosten. Die optimale Größe richtet sich nach deinem Verbrauch und deiner Dachfläche. Eine überdimensionierte Anlage produziert Strom, den du nicht nutzen kannst – und die Einspeisevergütung ist gering.

Alexander Simon

Alexander Simons ist freier Autor und Solarenthusiast mit einer Leidenschaft für erneuerbare Energien. Auf diesem Blog teilt er praxisnahe Tipps, aktuelle Entwicklungen und fundiertes Wissen rund um Photovoltaik – verständlich aufbereitet für Einsteiger und Profis.

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